THE ZSA ZSA GABOR’S – Black Roads Blank Thoughts CD

Die Dame, nach der sich die Band aus St. Pölten benannt hat, ist fast 100 Jahre alt geworden, war in den 50er Jahren B-Movie Star (mein Lieblingslied von Pascow) in Hollywood und galt als größte Diva seit Madame Pompadour. Die Band aus St. Pölten, die sich nach der Dame aus Hollywood benannt hat, existiert seit 2013 und gilt als beste 77er Punkband seit Bad News und District. Sie spielen einen flotten, hymnenhaften Punkrock, der jede Menge Hitpotential birgt. Erst letztes Jahr erschien mit „Revolution Rock“ ihr zweites Album und nun erscheint nur kurze Zeit später das nächste Album. Das ist auch im Großen und Ganzen die Krux des Ganzen. Black Roads… ist ein gutes Album geworden, die Songs sind abwechslungsreich, wirken aber auf die komplette Spielzeit teilweise etwas unausgereift. Songs wie „Bad Boys“, „Forever Punk“ oder „Three Beers“, die mit sinnentleerten Texten aufwarten, wirken wie Lückenfüller, um genügend Songs für ein ganzes Album abzuliefern. Sie stehen im Kontrast zu den anderen Liedern, denn das sie gut durchdachte Texte schreiben können, zeigen sie mit Songs wie „Cop School“, „My Ass In Your Face“ oder „Keep On Fighting“, die auch eine klar antifaschistische Gesinnung zeigen, die in diesem Genre ja nicht unbedingt üblich ist. Ich brauche aber keinen Song, der mir erzählt, das drei Bier am Tag alle Sorgen befreien und eitel Sonnenschein hervorrufen. Das spricht eher für ein Alkoholproblem und den unreflektierten Umgang damit kann ich bei vielen Punkbands nicht nachvollziehen. Die goldenen Zitronen hatten bei „Für immer Punk“ wenigstens noch eine humoristische Intention, in „Forever Punk“ wird Punk als roh, gefährlich, wild und frei beschrieben und dass man immer das machen kann, was man will. Klingt für mich sehr naiv und wenig durchdacht. Und auch bei „Bad Boys“ werden lediglich ein paar altbackene Klischees aneinander gereiht: „don‘t look pretty, nobody will bring them down, they are all out of order…“ Das schmälert den Gesamteindruck aber unmerklich. Hätten sie ein paar weniger Songs auf einer Single veröffentlicht, wäre das eine richtige Hitscheibe geworden. Auch im Vergleich zum Vorgängeralbum schwächelt Black Roads… Das 2016er Werk wirkt stimmiger, eingängiger und kämpferischer. Dadurch stiegen natürlich auch die Erwartungen an dieses Album, die zwar nur bedingt erfüllt wurden, dennoch gehören die drei Ösis weiterhin zur Speerspitze des 77er Punkrocks und ich habe viel Gefallen an Black Roads… gefunden. Auch hier gibt es wieder einen deutschen Song und am Ende wieder einen in ihrer fürchterlichen Heimatsprache gesungen. Ein letzter Kritikpunkt wäre das Artwork, das mir schon bei „Revolution Rock“ überhaupt nicht zugesagt hat, da hätten sie sich gerne etwas mehr Mühe geben können. „Manchmoi denk i ma, kanns des nu sei, owa vagiss es, dann trink i mein Wein.“

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