THE LAMPLIGHTERS – Views CD

Eine Prise Folk-Punk, der ein bisschen an die Dropkick Murphys erinnert, etwas Post-Punk und viel Punkrock amerikanischer Prägung, wie er in den 90ern von Fat Wreck veröffentlicht wurde, dazu ein guter Schuss Ramones, darüber eine Jeansjacke mit Turbojugend Backpatch und fertig ist die Mischpoke aus Köthen, die sich Lamplighters nennt. Seichtes Hintergrund-Gedudel, dass auch problemlos im Rock-Radio laufen könnte und seinen Platz in den unteren Regionen der Indiecharts findet. Das läuft unter der Woche im Irish Pub, wenn du dir mit ein paar Freunden ein paar Guiness gönnst. Der raue Gesang ist markant, reicht aber kaum für einen bleibenden Eindruck. Das rauscht in gemäßigtem Tempo an mir vorbei und einzig der Kater nach dem Rausch ist „Extra Stout“. Ein Textblatt liegt leider nicht bei, weswegen ich an dieser Stelle mal die mitgeschickte Packungsbeilage zitieren möchte: „In den Texten des Albums verarbeite die beiden Sänger/Songschreiber ihre Erlebnisse, Gefühle, Ängste, Träume & Sehnsüchte. Die Songs erzählen von Hass, Freundschaft, den Ramones, Verzweiflung, der alten & grausamen Welt, Glaube, Liebe und Hoffnung. Alles Themen die den modernen Punkrocker von Welt zwischen 20 und 40 Jahren anspricht.“ Da muss ich bei Songtiteln wie „Here & There“, „Gettin High“, „Out Of Control“ oder „I Don‘t Like You“ wohl ganz froh sein, die Träume und Sehnsüchte der beiden Songschreiber nicht noch intensiver und zum Nachlesen vorgesetzt zu bekommen. Und als moderner Punkrocker von Welt, der mit 37 Jahren so gerade noch in die Zielgruppe passt, frage ich mich 2017 mehr denn je, wie eine Band die Ramones so unreflektiert abfeiern kann. Was da einige Bandmitglieder so für Scheisse am Laufen hatten, kannst du dein Internet mal fragen und generell stinkt diese Heldenverehrung von Bands vergangener Tage zum Himmel. „Ey du Lappen bist du hohl, Punkrock kennt kein Idol!“ (als moderner Punkrocker von Welt darf ich mich auch selbst zitieren). Bleibt unterm Strich ein gefälliges Album, das nicht weh tut, das nicht stört, das nicht weiter auffällt. Für mich ein Paradebeispiel der ewigen Vorband, die ausser dem eigenen Freundes- und engeren Bekanntenkreises Niemandem im Gedächtnis bleiben wird. Ja das ist schon eine alte und grausame Welt und glücklicherweise bin ich bald Ü40 und kann meine Zeit sinnvoller nutzen als mit „Views“. „I Don‘t Like You“r „Electrical Amplified Beatmusic“.

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