SUBVERSIVE BRATS – Strange World LP

Die Platte startet mit ordentlich Tempo und ich kann mir gut vorstellen, wie Sänger Niko mit wutverzerrtem Gesicht und geballter Faust vor mir auf der Bühne steht und mir ins Gesicht brüllt, warum ich ein Arschloch bin. Leider verschwindet dieses Gefühl mit dem ersten Break vor dem ersten Refrain. Hier wird auf die Bremse getreten und gedrosselt, der kurze Refrain immer und immer aufs Neue wiederholt. Das hat was von Indoktrination und leider funktioniert ein Großteil der folgenden Songs nach dem gleichen Schema. Erst gegen Ende, bei den letzten beiden Liedern, fällt mir auf, was mir an dieser Platte nicht so gut gefallen hat. Der Gesang ist zu monoton, bietet zu wenig Abwechslung und dürfte ruhig öfter von den keifenden Background Vocals unterstützt werden, das knallt nämlich ganz gut. Die vier umstürzlerischen Quälgeister (danke liebes Google Übersetzer Team) aus Düsseldorf rekrutieren sich aus Bands wie United Struggle und Stage Bottles und schlagen in eine ähnliche Kerbe. Sometimes Antisocial, Always Antifascist. Die Zeiten werden immer dunkler und gerade jetzt ist eine klare, unmissverständliche antifaschistische Haltung wichtiger denn je, gegen Grauzone und faschistischen Abschaum. Die Band positioniert sich klar und deutlich in jedem zweiten Song. Dabei wirkt mir die Aufbruchstimmung („It‘s high time to change the world follow us tonight“ oder „join the protest movement“) ein wenig zu aufgesetzt und blumig, da nehme ich den Jungs Songs wie „Brigada Antisocial“, bei dem es ums hemmungslose Besaufen geht, schon eher ab. Bullen in die Fresse hauen, Kirchen anzünden, gegen Staat und für Gewalt. Die Band arbeitet sich am typischen Repertoire einer Punkband ab, wobei sich hier auch mal ein paar Schmunzler eingeschlichen haben. „Riot riot everywhere, riot is my only love affair…“ aus dem Song „Ultra Violence“ oder „…pray for freedom pray for peace pray in 41 degrees…“ aus dem „Church Song“, wobei ich bei 41 Grad Außentemperatur eher in eine Kirche hinein gehen würde, da ist es nämlich erfahrungsgemäß schön kühl drin. So richtig weiß ich am Ende nicht, was ich von dem Düsseldorfer Quartett halten soll, zuviel Pathos, zuviel Midtempo, der mich an alten Englandpunk erinnert. Eine Musikrichtung, die gleich nach Ska und Trompetenpunk abgeschafft gehört. Die Jungs haben was in der Birne und schaffen es, ihre Message so zu verpacken, dass du sie auch mit genügend „Whiskey Vodka Baileys Gin, Apple Juice with glycerin“ intus noch verstehen kannst. Das spartanische Artwork mit den Höhlenmalereien finde ich gewöhnungsbedürftig, am Ende aber doch ganz passend.

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