PISSE – Kohlrübenwinter Tape

Stuttgart, Stuttgart Spießerstadt, ach wie hab ich Stuttgart satt. Ich habe überhaupt keine Idee, warum diese schwachsinnige Ostcombo mit dem coolen Deutschpunknamen so eine gute Reputation hat und warum die nicht aus Stuttgart sondern aus Hoyerswerda kommen. Das ist Kunstmist fürs Kulturbüro, avantgardistisch, abgehobene Arschmusik. Das ist wie ein Sid Vicious Poster in der alten Nationalgalerie, ein Toten Hosen Song auf WDR 4 oder ein Winfried Kretschmann Starschnitt aus der Bravo. Das passt einfach nicht. Das hat genausowenig mit Punk zu tun wie die hochgelobten Schwabenscheisser von Human Abfall. Die einzig coole Punkband aus Stuttgart waren WTZ und die waren ein Witz und Hoyerswerda… das liegt in Sachsen und bedarf somit keiner weiteren Erläuterung. Denn eigentlich kommen Pisse aus Leipzig und Berlin und streuen gerne Fehlinformationen. Im Gegensatz zu den Interviews, die ich bis jetzt im Ox und auf Kopfpunk gelesen habe, steckt in ihren Texten aber dann doch etwas mehr. Brilliant skizzierte Alltagssituationen mit viel Wortwitz und blumiger Sprache pointiert. Auf dem Vorgängeralbum befand sich mit „Scheiss DDR“ sogar ein echt gut hörbarer Song, denn der Rest ist voll für die Tonne. Da kann ich auch ein gutes Buch lesen und dazu WDR 4 einschalten, musikalisch sind Pisse einfach nicht auszuhalten, ähnlich der Pisse von Schnipo Schranke. So. Kohlrübenwinter sind eigentlich zwei Singleveröffentlichungen, die hier auf einer Kassette von Phantom Records zusammengefasst wurden.

Pisse: Website, Bandcamp