OILE LACHPANSEN – Spatz LP

Ich möchte den süßen Boy permanent an den Schultern packen und ihn kräftig durchschütteln. Im beiliegenden Promozettel wird von Oiles letzter Band MOFA geschwärmt, die es 2010 sogar für drei Wochen in die MTV Charts geschafft hat und dort bis Platz drei geklettert ist, auch die Berliner Band Montreal war wohl mal ziemlich angesagt, da hat Herr Lachpansen auch irgendwie seine Finger mit ihm Spiel. Zumindest ist er Arrangeur der Background-Chöre. Und mit diesem Typen, der die Egon Comics malt, steckt er auch unter einer Decke. Liest sich doch ganz gut diese Vita, vor allem wenn man groß raus kommen will und die nächsten Cover von Ox oder Intro zieren möchte. Ich möchte den süßen Boy permanent an den Schultern packen und ihn kräftig durchschütteln. Denn das, was der Herr auf Spatz abliefert ist weichgespülter Deutschpop… sowas erwarte ich bei The Voice oder Dieter sucht den Schmusebarden (DSDS Junge) und nicht auf meinem Plattenspieler. Das läuft tagtäglich im Radio, ist total austauschbar, nichtssagend, der Soundtrack für Leute, die sich früher Studiokarten für die Bravo Super Show oder Interaktiv besorgt haben und heute Sozialpädagogen sind und Tim Bendzko, Max Herre und Andreas Bourani in ihrer High-End Stereoanlage stecken haben. Spatz bietet 12 Lieder, die kleine persönliche Geschichten erzählen und vor Schmalz triefen. An manchen Stellen fühle ich mich an die Ärzte erinnert, aber nur an die lahmen Lieder. Da ich ein engstirniger Punker bin, darf ich dieses Release auch von vorne bis hinten einfach nur scheisse finden. Ich möchte den süßen Boy permanent an den Schultern packen und ihm seinen Spatz um die Ohren hauen.

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