NO MILK TODAY – Coturno Bastardo CD

Keine Milch heute… sangen schon Herman‘s Eremiten (hermit beetle heisst Juchtenkäfer, das aber nur am Rande) aus Papas Autoradio, wenn er mich zum Schachtraining gebracht hat. Caros Papa ist Milchbauer und trinkt nicht nur heute keine Milch, sondern niemals (aber das auch nur am Rande). Ich mag Milch. Und ich mag Punkrock. Und No Milk Today machen Punkrock. Die Truppe kommt aus Brasilien und ich musste doch ein bisschen überlegen, was ich zu diesem Land für Assoziationen habe. Aus diesem Land kam der beste Fußballer (Pele) und der Hässlichste (Ronaldo), Zuckerhut, Favelas, Karneval, der ziemlich geile Film „City Of Gods“, Hauptstadt Brasilia und Amtssprache Portugiesisch. Und Punkrock? Ratos De Porao, Colera und Agrotóxico. Das wars. Ziemlich wenig, wenn man bedenkt, dass Brasilien das fünftgrößte Land der Erde ist. Immerhin kommt jetzt mit No Milk Today eine weitere Band hinzu, die mir sicherlich im Gedächtnis bleiben werden, denn die vier Herren im besten Alter machen schon seit 1993 zusammen Musik und haben drei Tonträger veröffentlicht. Musikalisch würde ich das als typischen Streetpunk/Oi-Sound südamerikanischer Prägug beschreiben, ohne zu wissen, was überhaupt typischer südamerikanischer Streetpunk bzw. Oi-Sound überhaupt ist. In gemäßigtem Tempo bietet Coturno Bastardo zehn Songs voller Ohohos, hymnenhaften Refrains und vielen Backgroundchören. Gesungen wird in der Landessprache, Texte befinden sich im Booklet, aber da ich des Portugiesischem nicht mächtig bin, kann ich dir nicht erzählen, worum es in Songs wie „Lápide“, „Minha Cidade“ oder „Ultima Dose“ geht. Mein Internet bekommt noch nicht mal raus, wie der Albumtitel übersetzt wird. So bleibt am Ende eine nette Scheibe, die gut im Hintergrund läuft, die aber nicht allzu viel Potential besitzt einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

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