LITBARSKI – s/t LP

Also wenn ich meine Band nach einem Fußballspieler benennen würde, wären das coolere Namen als LatteKohlerTor oder Litbarski geworden, z.B. MöllerSchwalbeRot, RotzeVöller oder Häßler und wenn ich Musik für den alternativ angehauchten Sozialpädagogikstudenten machen würde, wäre das dem hier Dargebotenen schon recht ähnlich. Eine Prise Turbostaat hier, etwas Oma Hans, der Gesang ganz ähnlich dem von Weltraumschrott und ich würde mich ganz prima wohl fühlen in einer Mischpoke mit Disco//Oslo, Bitume und Captain Planet und all den anderen Bands, in denen die Mitglieder Flanellhemden, trendige Kurzhaarfrisuren, Bärte und Brillen besitzen. Litbarski sind als Trio unterwegs und kommen aus Berlin, wo Pierre Littbarksi übrigens nie gespielt hat. Tatsächlich war der 1.FC Köln der einzige deutsche Profiklub, bei dem er unter Vertrag war, neben einem kurzen Intermezzo in Paris beendete er seine Karriere 1997 in Japan. Auf dem Erstlingswerk der drei Berliner befinden sich 6 Songs, die solch illustre Titel wie „Piz Palü“, „Der große Shannon“ oder „Rochelle Rochelle“ tragen, zumeist geht es sehr persönlich, kryptisch und intelent, interlektich… intellektuell… schlau eben… zu Werke… lachen musste ich über die Textzeile „…und an Feiertagen ne Schachtel Mon Chéri, auch wenn sie es nicht mag…“ denn ich kenne tatsächlich nicht eine einzige Person, die mit der Piemont Kirche etwas anfangen kann. Ich habe nicht das Gefühl, dass diese Platte auch nach mehrfachen Umdrehungen so etwas wie Wohlgefallen in meinen Gehörgängen auslöst, vielmehr bin ich froh, dieses Review alsbald zu beenden und die schwarze Scheibe Vinyl wieder in ihrer dürftigen Aufmachung verschwinden zu lassen. Das ist echt ein hässliches Coverartwork. Pierre L. war als Fußballer ne coole Type, hat halt nur bei einem Scheiss Verein gespielt. Die drei Jungs von Litbarkski sind bestimmt auch dufte Typen, spielen halt nur leider in einer Scheiss Band, die überhaupt nicht meinen Geschmack trifft. Für Freunde von oben genannten Kapellen oder Fans des 1.FC Kölns ist dies möglicherweise die nächste Offenbarung, mir gibt das nüscht.

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