KEVIN PASCAL – Bunkerschelle LP

Es ist ja eher eine Ausnahme, dass ich hier Platten bespreche, die noch überhaupt nicht veröffentlicht wurden… In Kürze erscheint u.a. auf Plastic Bomb Records die Debutscheibe der neuen Flensburger Deutschpunker mit dem assigen Namen, die es auf Bandcamp schon zum Probehören gibt und außerdem bastel ich gerade an einem Interview mit dem Quintett und deswegen läuft die Platte hier in Endlosschleife und da mein Gedächtnis genauso alt geworden ist wie ich, schreibe ich lieber jetzt schon mal meine Eindrücke auf… Damals bei Pestfest (jetzt Zunder, aber ohne Malte) und Mess//Age haben mir die Songs am Besten gefallen, bei denen Schlagzeuger Malte ins Mikro gebrüllt hat und nun hat er endlich mit Kevin Pascal eine neue Band, wo er nicht hinter der Schießbude gefangen ist und sich auf der Bühne ordentlich austoben kann. Zusammen mit Knott, Lars, Tim und Rune (u.a. aktiv bei Mr. Burns, Oi!tercreme und Mess//Age) wettert er mit Kevin Pascal in 12 kurzen, knackigen Songs (gute 20 Minuten Spielzeit) gegen Alles und Jeden. Hass. Hass. Hass. Verblödung durch das Fernsehprogramm, der Papst, der mit seinem Flugzeug verunglücken soll, die Hipster, die mit ihren Chai Latten die Stadt gentrifizieren, Pegida, die hirnlose Punkband, die sich selbst auf Äußerlichkeiten reduziert oder einfach der nervige Junggesellenabschied… alle kriegen ordentlich ihr Fett weg und voll auf die Zwölf. Das Internet erklärt diese Redewendung übrigens wie folgt: Bei einer Uhr ist die 12 die Ziffer, die am höchsten ragt. Genauso ist es mit dem Kopf eines Menschen: Er ist an oberster Stelle des Körpers. Wenn man also jemandem eine aufn Kopf haut, dann haut man ihm auf die oberste Stelle, und somit auf die Zwölf. Dies kann – sowohl bei einer Uhr, als auch bei einer Person – dafür sorgen, dass sie kaputt geht. Bis jetzt haben sie nur das nähere Umland bereist, doch wird sich nach Veröffentlichung der Bunkerschelle ihr Bekanntheitsgrad deutlich über die Stadtgrenzen Flensburgs hinaus vergrößern. Kevin Pascal sind wütend, dabei authentisch, nicht mehr jung, dafür aber gereift und erfahren und sie haben es geschafft, mich vom ersten Ton an zu überzeugen. Malte hat ein herrlich angepisstes, raues Organ, von dem lass ich mir gerne erzählen, was alles scheisse ist und ich freue mich schon auf mein erstes Live Erlebnis. Nach Zunder, Mess//Age und Oi!tercreme die nächste geile Kapelle aus der Fördestadt, die zu Unrecht viel zu oft aus Turbostaat reduziert wird. Kevin Pascal – fickt euch!

Kevin Pascal: Facebook, Bandcamp