KAVALIERSTART – 2 Takte für ein Hallejula CD

Ähnlich wie bei „Die Bullen“ aus dem benachbarten Kiel handelt es sich bei Kavalierstart um eine reine Konzeptband. Ole und Tobi aus Flensburg, die u.a. auch noch bei LZA und Oi!tercreme mitwirken, besingen in ihrer Zwei-Takte-Zwei-Mann Band ihre große Passion: Das Mofafahren. Damals auf dem Gymnasium hat Mama mir verboten den Mofaführerschein zu machen, weil viel zu gefährlich und wie um sie zu bestätigen, fuhr mein damaliger Best Friend Forever Kai Lurch in der Abschlussprüfung geradewegs in eine sehr massive Tischtennisplatte. Mofa kaputt, Knie kaputt, Tischtennisplatte kaputt und auch kein Führerschein. Seither habe ich keine Berührungspunkte mit den heissen Feuerstühlen. Niemand muss Bulle sein, schon gar nicht um „Die Bullen“ abzufeiern und genauso wenig musst du Mofafahrer sein, um Kavalierstart abzufeiern, denn die beiden spielen flotten und vor allem abwechslungsreichen Punkrock, der ganz gut ins Ohr geht. Da man sich aber thematisch auf den Mofa-Outlaw-Kosmos festlegt, hängen mir Kaffee, Kippen und Benzin, Geschwindigkeitskontrollen auf der A7 oder das romantische Lonesome-Cowboy-Image „fahr mit meinem Mofa bis ans Ende der Welt“ schnell zu den Ohren raus. Mit einer ganzen Gang an Gastmusikern schaffen es die beiden neben klassischen Deutschpunk auch mal Elemente aus dem Psychobilly oder Folk-Punk einzubauen und somit zumindest musikalische Abwechslung zu präsentieren, die allerdings nach nur 8 Liedern ihr jähes Ende findet. Das ist ne ganz witzige Scheibe, vor allem durch die zahlreichen Einspieler u.a. von Torben Rohrpost oder Mini Kamikazeradio doch ähnlich wie bei „Die Bullen“ besitzt dieser Witz nur eine geringe Halbwertszeit und nutzt sich recht schnell ab. Wenn ich mit meinem Bingo-Roller demnächst mal wieder nach Flensburg komme, machen wir nen Rennen!

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