GRANDMASTER JAY – Was soll maximal schief gehen? Demo CD-R

Es klappt mittlerweile ganz gut, dass hier kein ungebetener Promomüll im Briefkasten landet und die meisten Bands artig vorher fragen, ob sie mir was zum Besprechen zuschicken dürfen. Jan bat darum, dass ich mir seine Debütscheibe (Oi!/Punk) mal anhöre und etwas darüber schreibe. Bei mir gänzlich unbekannten Geschichten frage ich vorher schonmal mein Internet, was es mir so über den Grandmaster zu erzählen hat, doch ausser einem Bierschinken-Review herrscht gähnende Leere auf der Datenautobahn. Dort gibt es eine Hitliste unwitziger Zitate aus dem Album und das ziemlich eindeutige Resümee lautet: Sexistische Kackscheisze! Und da ich es im Leben nicht wagen würde, dem mächtigen Fö und seinen Vasallen zu widerprechen, dennoch den Schein journalistischer Seriosität wahren wollte, informierte ich Jan, dass er mir seine CD ja mal schicken kann, wenn er Bock auf einen nächsten Verriss hat. Zumindest hat er mich nicht physikalisch belastet, sondern mir die 14 Songs digital geschickt. Nach einem Audacious Durchlauf und dem Konsum mehrerer YouTube-Videos landet das ganze Datenpaket umgehend im virtuellen Papierkorb. „Die Stadt ist dreckig und verrucht, ich säubere sie von diesem Dreck. Ha Ha. All die Nutten, all die Obdachlosen, all die Stricher…“ Dazu gesellt sich ein absolut reaktionäres und mittelalterliches Frauenbild, das mir die Kotze hoch kommt. Bevor ich den Grandmaster himself in seinen stümperhaft gedrehten Videos bewundern durfte, habe ich mich gefragt, was da für ein Mensch hinter diesem Namen und diesen Liedern steckt und ob er das wirklich ernst meint, was er da in die Welt hinaus grölt. Nein, Satire ist das nicht. Das ist der Soundtrack für den bierseeligen und dummdödeligen Glatzkopf, der ein Dauerabo im Randale Shop hat, gerne Krawallbrüder hört und die dritte Ehrenrunde in der Hauptschule immer noch nicht packt. Das ist der größte Mist, den ich je zum Besprechen bekommen habe und jede weitere Zeile, wäre eine zu viel. Hier ist maximal alles schief gegangen! Oi! aber nicht für dich!