E-ALDI – Tennissocken in Sandalen EP

Wenn ein kleines Zettelchen vonne DHL an der Klingel hängt ist das meist ein Grund zur Freude. Zum einen muss ich der Arschkrampe vom gelben Wagen nicht in die verpickelte Visage blicken und kann meine Postsendung bei den netten Damen der nahgelegenen Postfiliale in Empfang nehmen, zum anderen hole ich in den meisten Fällen Zeux ab, das ich mir bestellt habe, weil ich es haben wollte und dann freut man sich eben auch drauf. Logisch. Premium Post wäre die kürzlich bei Ebay ersteigerte Toten Hosen LP, so mittelmäßig freuen würde ich mich über das angekündigte Paket von Tante Jutta, die mir immer zwei Monate vor meinem Geburtstag neue Socken und Aachener Lebkuchenspezialitäten schickt und ganz okay wäre der neue IKEA Katalog, schließlich wird bald umgezogen und Caro wollte neue Teelichter kaufen. Nicht in Worte zu fassen ist dann meine Enttäuschung, als ich die in der Überschrift erwähnte Scheibe aus dem Umschlag fische und zu allem Überfluss auch noch die neue Ausgabe des Extrem Liedermaching Fanzines mit nach Hause nehmen darf. Warum haben die verkackten Nachbarskinder nicht mal diese Abholkarte verschwinden lassen und warum werden eigentlich keine Postkutschen mehr überfallen? Ich habe Angst, meinen Plattenspieler mit dem kleinen, schwarzen Stück Vinyl zu belästigen und hoffe inständig, dass das Presswerk das kleine Loch in der Mitte vergessen hat und die Scheibe so unabspielbar ist und nur noch als Untersetzer für zu heiße Töpfe taugt. Doch Pustekuchen. Obwohl ich nicht mehr rauche zwänge ich drei Kippen auf einmal in meine Lunge und habe doch noch genug Puste über, um die Staubflocke von der Nadel zu hauchen. Ich überlege noch, ob ich die Tennissocken in Sandalen ganz unten in den Rezensionstapel sortiere und meine Stromrechnung ab jetzt nicht mehr bezahle, um mich irgendwie vor diesen vier neuen Liedern zu drücken, die erstmals in Vinyl geritzt wurden. Ich entscheide mich dann aber in einem Anflug absoluter Selbstgeißelung doch dazu mal ein Ohr zu riskieren. Leider sind mir nach wenigen Minuten die Ohren abgefallen, weswegen ich mein Fazit vom Bierschinken klaue: Elektroschrott gehört auf den Wertstoffhof. Sorry Maik, so nett ich dich bei unseren Treffen in Wunstorf oder Peine auch fand, das was du hier auf die Menschheit loslässt, ist absolut unhörbar. Eine unerhörte Vergewaltigung des guten Geschmacks und meiner Ohrmuscheln. Hörsturzgefahr.

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