BOMB OUT – st CD

Harter Stoff aus Berlin, serviert von 4 Jungs, die gerne Hardcore aus New York hören. 5 neue Songs hat die Band, die seit 2013 existiert, in Eigenregie auf einen Silberling gepackt, die dir ordentlich die Gehörgänge durchpusten. In hellen Momenten fühle ich mich an Loxiran erinnert, aber auch Empowerment dürfen mal um die Ecke gucken. Diese Vergleiche sind insbesondere dem deutschen Gesang geschuldet, der dem musikalischen Brei doch so etwas wie eine eigene Note verleiht. Ansonsten habe ich an manchen Stellen das Gefühl, das Gesang und Musik überhaupt nicht zusammen passen wollen. Disharmonisch und strukturlos wirkt diese Scheibe. Als würden hier vier Einzelpersonen jeweils ihr Ding durch ziehen und nicht zusammen als Band musizieren. Der letzte Song hebt sich ein bisschen von den Anderen ab, erinnert mich etwas an Moscow Death Brigade, kann das Ruder aber auch nicht mehr rumreissen. Denn sowohl musikalisch als wie wo auch textlich ist das hier ein Griff ins Klo. „…den König häng, wenn nicht mit Hardcore, dann mit was Anderm, herzlich Willkommen in meiner Welt, das ist die Absage an alles und jeden…“ oder „…ich gehe ein, es macht mich krank, das Drama fickt den Kopf, geh fick dich selbst, aber nicht mit mir…“ Das sind nun wahrlich keine lyrischen Glanzleistungen, die mit einem besseren Timing dann aber wieder ganz gut zur stumpfen Musik passen würden. Keine Tophits, kein Geschmack, selbst die Verpackung sieht aus als hätte sie ein zehnjähriges Kind vor zehn Jahren mit Paint verbrochen. Das ist mir zu viel dicke Hose, das mieft nach Testosteron, das würde gern ins Vorprogramm von Agnostic Front, Madball oder Terror, ich kann das nicht ertragen und möchte diese Rezension mit einem letzten Zitat einer Textpassage beenden „Ich verpiss mich diesmal für immer, scheiss die Wand an“.

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