Beatpoeten – #Geheul LP

Schon wieder so eine Scheibe, die sich scheinbar schlecht in eine Schublade stecken lässt. In Hannover bedrohen Hipster ihr Leben, und es ist #Geheul, zu dem sich die hippen Hintlerwäldler mit Hemd und Handtaschenjutebeuteln übergeben. Namen sind Gaben und hätte meine Mama mich Egge genannt, ich wäre weinend um die Ecke gerannt und hätte eine Zecke verbrannt, das Costa fast garnix, außer Überwindung. So wie vor vier Jahren, als man noch nicht mensch geschrieben hat und Klavier spielen können müsste. Alliteration ist der allerletzte Algorithmus und auf diesem Album allgegenwärtig… Alter. Ist das jetzt Punk? „Das ist mir zu sauber, da fehlt mir der Schmutz“, plärrt der bebrillte und bärtige Nichtsnutz. Ich bin doch keine 19 mehr. Ich mag die Beatpoeten. Sehr gerne. Auch wenn #Geheul der erste Output ist, den ich mir auch mehrmals und wiederholt auf der heimischen Anlage geben kann, weil das Album echt geil abwechslungsreich geworden ist. Eine Wortakkrobatik aus dem Deutsch-Leistungskurs und eine Eloquenz mit der sich jedes Schwedenrätsel bis zum letzten Kästchen füllen lässt, auch mit Buchstaben, die beim Scrabbel besonders viele Punkte bringen. Die Intention des Textes versteckt sich in einem Wulst aus Kryptik untermalt mit simplen Beats, zu denen Britney Spears vor zwanzig Jahren „Schlag mich Neugeborenes, ein weiteres mal“ geträllert hat. Ambitioniert amüsante Lesungen können die beiden auch ziemlich gut. Und auch wenns kaum zu glauben ist, sie fühlen sich auf einem ranzigen Deutschpunkfestival zwischen Kackschlacht und Mülheim Asozial genau so wohl, wie im Auditorium oder beim Sommerfest der HAZ und ich nehm denen das ab. Der Emma hat im Plastic Bomb diese Scheibe reviewt und sinngemäß in etwa so geendet und außerdem wollte ich den Typen immer schon mal zitieren… wenn du deinen Horizont erweitern willst oder jemand eine Freude machen möchtest, der schon alles kennt, besorg dir #Geheul, z.B. beim Label Twisted Chords, wo es aber auch echte Punkscheiben zu kaufen gibt.

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