2ND CLASS SUBSITUTES – Among Apes 10″

Ende der 90er gründete sich in Dortmund ein neues Label mit dem klangvollen Namen: I Used To Fuck People Like You In Prison. In den ersten Jahren verfolgte ich den Werdegang sehr genau, erwarb jede Veröffentlichung, die vornehmlich auf dem handlichsten und schönsten Vinylformat, der 10“, erschien. Platten von Bands, wie den Daybreak Boys oder Generators habe ich immer noch im Regal stehen und die kamen mir beim ersten Song der 4 Wiener Buben von 2ND CLASS SUBSTITUTES direkt in den Sinn. Diese Scheibe hätte auch vor knapp 20 Jahren auf dem Dortmunder Label erscheinen können. Dreckiger, rauer Punkrock, der nicht ganz so sehr nach Whiskey trieft, dafür aber viele schöne Melodien bietet und die Background-Chöre nicht inflationär, sondern ausgewählt und im richtigen Maß einsetzt. Und diese Symbiose ist ihnen ganz wunderbar gelungen. Ich habe in den letzten Tagen viel alte Fat Wreck Sampler im Auto gehört und auch dorthin würden die Österreicher perfekt passen. Das Ugly Punk Zine nannte als Referenzen Millencolin und die Bombshell Rocks und irgendwo dazwischen würde ich die Band auch einordnen. Diese Scheibe ist wie eine kleine Zeitreise gut und gerne 15 Jahre zurück. Ich hörte viel Punkrock aus Schweden, neben eben erwähnten gehörten auch Voice Of A Generation zu Dauergästen auf dem Plattenteller, an dessen Hitdichte die SUBSTITUTES aber nicht ganz heranreichen. Dennoch habe ich hier fünf Songs, die echt gut ins Ohr gehen und auch das Zeug haben, dort eine längere Zeit zu verweilen. In den Texten geben sie sich eher persönlich, aber auch kämpferisch… „Wake me up – chase my apathy“ oder „Constant struggle as a way of life, trying to cut without a knife“, wobei ich mit meinem Schulenglisch auch oft an meine Grenzen stoße. Für mich ist der Opener „Beneath The Silence“ der stärkste Song der Scheibe und ich bin ein wenig überrascht, wie gut mir die Among Apes gefällt, da diese Art Musik schon länger nicht mehr in mein Beuteschema passt. Die Jungs kommen durchweg sympathisch rüber (der Platte lag ein nettes persönliches Anschreiben bei und auch das erste Album auf CD, das ebenso überzeugen kann), ich stehe auf dieses Vinylformat und werde das schwarze Gold sicherlich noch öfter aus der Schutzhülle befreien. Jetzt schwelge ich aber erst mal in Erinnerungen und lege ein paar alte Platten auf… People Like You hat früher echt ein paar geile Sachen veröffentlicht…

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